Wir sind Teil des von der DFG finanzierten Forschungsprojektes „Urban impacts on the Mongolian Plateau“ (FOR 5438), und gemeinsam mit Kollegen aus Archäologie, Archäozoologie, Bodenkunde, Geophysik und Fernerkundung erforschen wir die Entwicklung urbaner Strukturen in einer nomadischen Gesellschaft zur Zeit des Mongolischen Reiches und deren Einflüsse auf die umliegenden Gebiete. Für die Rekonstruktion der damaligen Umweltbedingungen können terrestrische Seen und die in ihnen abgelagerten Sedimente wertvolle Informationen liefern. Der terminale Ögii-See ist ca. 25 km2 groß und wird vom Fluss Orkhon gespeist (Orkhonselenge et al. 2022). Die Sedimente eines Sees dieser Größe können als Archiv für die Erforschung regionaler Umweltveränderungen dienen.
Die Bohrkampagne wurde mithilfe einer schwimmenden Bohrplattform durchgeführt, die von der österreichischen Firma UWITEC entworfen und gebaut wurde. Während der zehntägigen Geländearbeit ist es uns gelungen, drei verschiedene Bohrlöcher mit einer maximalen Sedimenttiefe von 9 m zu erbohren. Wir gehen davon aus, dass die gewonnen Sedimentkerne das gesamte Holozän und wahrscheinlich auch einen Teil des Spätglazials umfassen. Dies würde detaillierte palynologische Untersuchungen und die Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte über die letzten Jahrtausende bis in die Spätphase des letzten Glazials im Orkhon-Tal erlauben.
Text: Finn Oejen